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Sicherheit und Gesundheit im Operationssaal

Bei einer Operation denken die meisten an einen raschen und hoffentlich reibungslosen Eingriff. Damit die verschiedenen Aufgaben im OP aber wirklich effizient und sicher für den Patienten ablaufen können, ist eine hervorragende prä-, intra- und postoperative Zusammenarbeit mehrerer Teams erforderlich.

Wie lässt sich die Sicherheit des Patienten im OP durch die Anästhesie verbessern?

Das Risiko schwerer perioperativer Komplikationen kann bei der Abwägung verschiedener chirurgischer Wege leicht übersehen werden und zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität führen. Hier kommt dem Anästhesisten eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der Patientensicherheit zu.

Einleitung

Eine Voroxygenierung mit einer hohen inspirierten Sauerstofffraktion (FIO2) ist ein wesentlicher Schritt vor der Einleitung der Anästhesie und der Intubation, denn sie schafft eine Sauerstoffreserve in der Lunge. Damit verzögert sich die Entsättigung des arteriellen Hämoglobins während der Apnoe. Doch obwohl eine Voroxygenierung vor der Intubation empfohlen wird, wurde bei etwa 56 % der Patienten eine mangelhafte Voroxygenierung beobachtet.[1]

Die Sauerstoffreserve reduziert sich besonders bei Hochrisikopatienten. Um dem entgegenzuwirken, können verschiedene Strategien, wie kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck (CPAP) und eine High-Flow-Nasenkanüle (HFNC) die Effizienz verbessern.[1,2] Zudem können eine integrierte SpO2-Überwachung, neue klinische Hilfsmittel wie CPAP und HFNC besonders bei adipösen, kritisch erkrankten Patienten und bei Patienten mit komplizierten Atemwegen helfen, eine möglichst maximale Voroxygenierung zu erzielen.

Erhaltung

Ein Visualisierungstool für den Frischgasfluss – der Optimizer – liefert bei Vollnarkose mit Mindray-Anästhesiegeräten Echtzeitangaben zum Frischgasfluss, für einen reduzierten Verbrauch von Anästhesiegasen und einen sicheren, niedrigen Frischgasfluss. Mit einer weiteren Visualisierungsfunktion – AA Prediction – lassen sich der Anästhesieverlauf (mit FiAA und EtAA) und die Sauerstoffkonzentration (mit FiO2 und EtO2) für die kommenden 20 Minuten vorhersagen.

Ein automatisch gesteuertes Narkose-Tool, das dank modernster Medizintechnik automatisch Frischgas und Vapor regulieren kann, ist für eine größere Stabilität und Sicherheit der Anästhesie sehr zu empfehlen und nimmt den Anästhesisten Arbeit ab.

Mit ihm wird auch die Regelmäßigkeit der Anästhesie in Echtzeit überprüft. Am BoA Dashboard der hochmodernen Mindray BeneVision N Patientenmonitore gibt ein „Anästhesiedreieck“ Aufschluss über die Sedierung, Relaxierung und Analgesie des Patienten. Und zahlreiche weitere Funktionen können zur Gewährleistung der Sicherheit des Patienten im gesamten Umfeld des Eingriffs verwendet werden.

Aufwachphase

Nach dem Eingriff besteht das Risiko, dass der Patient postoperative pulmonale Komplikationen (PPC) entwickelt, die in engem Zusammenhang mit dem Eingriff und der Anästhesie stehen. Dies kann zu schweren Nebenwirkungen und einem verlängerten Krankenhausaufenthalt führen.[3] Ca. 5 % der Patienten, die sich einer Operation unterziehen, entwickeln PPC. Bei Patienten mit Adipositas oder solchen, die sich einer Herz- oder Thoraxoperation unterziehen, steigt dieser Anteil auf fast 30 %.[4] Neuere Forschungsarbeiten konnten jedoch belegen, dass folgende Kriterien zu einer Reduzierung der PPC-Rate beitragen[5,6,7]:

  • Beatmung mit geringerem Atemhubvolumen und Beatmungsdruck
  • Ein angemessener positiver endexspiratorischer Druck (PEEP) zur Vermeidung eines endexspiratorischen Alveolarkollaps
  • Lungenrekrutierungsmanöver zur Erweiterung kollabierter Alveolen

Mit der perioperativen lungenprotektiven Beatmung von Mindray, einem geeigneten PEEP-Niveau und einem sicheren, gleichmäßigen Atemhubvolumen gelingt die Anpassung an die Bedürfnisse des Patienten und die Reduzierung der PPC. Das Ergebnis der Lungenrekrutierung lässt sich durch die Atemmechanik mithilfe eines Anästhesiegeräts und die Überwachung der Sauerstoffsättigung (SpO2 oder PaCO2) mithilfe von Patientenmonitoren bewerten.

Welche Risiken gibt es für Anästhesisten?

Wenngleich die Sicherheit der Patienten an erster Stelle steht, darf diejenige der Behandelnden nicht aus dem Blickfeld geraten. Bei ständig zunehmender Arbeitsbelastung ist das Risiko für Burnout bei im Gesundheitsbereich Tätigen besonders groß. Nach einer kürzlich veröffentlichten systematischen Übersicht klagen 67 % der Ärzte über Burnout.[8] Eine andere systematische Übersicht zeigte, dass die Burnout-Rate bei Ärzten in der Intensiv- und Notfallmedizin am höchsten ist (55 %), dicht gefolgt von den Anästhesisten (50 %).[9] Obwohl an der Entstehung von Burnout verschiedene Faktoren beteiligt sind, entwickelt es sich als Reaktion auf lange Arbeitszeiten, unter hoch risikobehafteten und komplexen Arbeitsbedingungen und mit Beteiligung von Teams aus mehreren Fachbereichen.

Bessere Behandlungsergebnisse unter geringerer zeitlicher und sonstiger Belastung von Ärzten lassen sich durch gut informierte und optimierte Abläufe während der intraoperativen Behandlung erzielen. Benutzerfreundliche Schnittstellen, leicht lesbare Displays und eine Reihe von Visualisierung-Tools können dabei helfen. Mindray Anästhesiegeräte, besonders das A 7, sind seit langem für ihre Anwenderfreundlichkeit bekannt. Das A7 erhielt die ECRI-Bewertung „Gut“ für Workflow, Interoperabilität und Anwenderfreundlichkeit.[10]

Darüber hinaus bietet Mindray ein umfassendes System der Datenintegration mit einer Standardisierung der Patientenüberwachungsdaten im Hinblick auf eine effiziente Entscheidungsfindung. Eine nahtlose Datenübertragung von der Aufnahme des Patienten bis zu seiner Entlassung. Die Daten werden automatisch in das zentrale Überwachungssystem und die zahlreichen IT-Systeme des Krankenhauses hochgeladen, um zeitraubende Tätigkeiten zu vereinfachen.

Anästhesiegeräte können an Patientenmonitore angeschlossen werden. In das Mindray Patientenüberwachungssystem sind für eine stressfreiere Arbeitsumgebung eine Reihe unterstützender Anwendungen zur Anzeige mehrerer klinischer Parameter, für unkompliziertes Ablesen, Diagnose und Intervention integriert.

 

Was ist ein „grüner“ Operationssaal?

Das Behandlungspersonal kann bei medizinischen Eingriffen mit Anästhesiegasen in Kontakt gelangen. Diese Anästhesieabgase werden auch als WAG (Waste Anesthetic Gas) bezeichnet. Anästhesieabgase stellen nicht nur eine Gefahr für die Sicherheit des OP-Personals und der Patienten dar, sie tragen auch zum anthropogenen Klimawandel bei. Nur etwa 5 % der Anästhesiegase werden vom Patienten verstoffwechselt, der Rest wird gewöhnlich über das OP-Belüftungssystem in die Atmosphäre abgegeben. Es ist erwiesen, dass der potentielle Beitrag halogenierter Anästhesiegase zur Erderwärmung bis zu 2.000-mal höher ist als der von CO2.[11,12]

Chronischer Kontakt mit halogenierten Anästhesiegasen wird mit einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit und Krebs in Verbindung gebracht. Durch den Kontakt mit Lachgas kann es zu Schwindel, Atemnot, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit und Fehlgeburten sowie zu Nieren-, Leber- und neurologischen Erkrankungen kommen.[13]

Mit der Pausefunktion, die die Frischgaszufuhr vorübergehend unterbricht, trägt Mindray zum Schutz des OP-Personals vor unnötigem Kontakt mit Anästhesiegasen durch austretendes Gas bei. Zur Verbesserung der Sicherheit bieten die Anästhesiegeräte von Mindray zudem die Option, Messgas aus dem Anästhesiegas-Überwachungsmodul dem Kreislauf wieder zuzuführen. Ein effizientes Anästhesiegas-Fortleitungssystem (AGSS) trägt ebenfalls zur Reduzierung der Exposition bei, indem es Anästhesieabgase aus dem OP-Umfeld ableitet.

Literaturangaben:

[1] C. Baillard, F. Depret, V. Levy et al. Incidence and prediction of inadequate preoxygenation before induction of anaesthesia. Annales Françaises d’Anesthésie et de Réanimation Volume 33, Issue 4, April 2014, Pages 55-58.

[2] Nimmagadda U, Salem M. R, Crystal G J. Preoxygenation: Physiologic Basis, Benefits, and Potential Risks. Anesthesia & Analgesia: February 2017 – Volume 124 – Issue 2 – p 507-517.

[3] Miskovic, A. B. Lumb. Postoperative pulmonary complications. British Journal of Anaesthesia, Volume 118, Issue 3, March 2017, Pages 317–334.

[4] Canet J, Gallart L, Gomar C et al. Prediction of postoperative pulmonary complications in a population-based surgical cohort. Anesthesiology. 2010 Dec;113(6):1338-50.

[5] Marret E, Cinotti R, Berard L et al. Protective ventilation during anaesthesia reduces major postoperative complications after lung cancer surgery. European Journal of Anaesthesiology.  October 2018 – Volume 35 – Issue 10 – p 727–735

[6] Futier E, Protective lung ventilation in operating room: A systematic review. Minerva Anestesiol 2014; 80:726–35.

[7] Alcino C L, Ludhmila A H, Marcia S. V et al. Effect of Intensive vs Moderate Alveolar Recruitment Strategies Added to Lung-Protective Ventilation on Postoperative Pulmonary Complications A Randomized Clinical Trial. JAMA. doi:10.1001/jama.2017.2297 Published online March 21, 2017.

[8] Rotenstein L.S., Torre M., Ramos M.A. Prevalence of Burnout Among Physicians: A Systematic Review. JAMA. 18. Sept. 2018; 320 (11): S. 1131-1150.

[9] Sanfilippo F, Noto A, Foresta G. Incidence and Factors Associated with Burnout in Anesthesiology: A Systematic Review. BioMed Research International. Volume 2017. Article ID 8648925.

[10] ECRI Institute. Evaluation: Mindray Medical International A7 General-Purpose Anesthesia Unit. Health Devices. 22. Feb. 2017.

[11] Ryan, S. M., & Nielsen, C. J. (2010). Global warming potential of inhaled anesthetics: application to clinical use. Anesthesia & Analgesia, 111(1), 92-98.

[12] Gadani H., Vyas A: Anesthetic gases and global warming: Potentials, prevention and future of anesthesia. Anesth Essays Res. Jan.–Jun. 2011; 5 (1): S. 5–10.

[13] NIOSH: Chemical Hazards: Health and Safety Practices Survey of Healthcare Workers.